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Über Plasma

Was ist Plasma und wozu wird es verwendet?

Plasma ist der flüssige Bestandteil des Blutes und macht ca. 55% unseres Blutes aus. Das Blutplasma (auch Humanplasma bezeichnet) ist gelblich und enthält 92% Wasser, etwa 1% Mineralsalze und ca. 7% Proteine. Diese wertvollen Plasmaproteine und ihre vielfältigen Inhaltsstoffe bilden die Grundlage für die Herstellung zahlreicher lebensnotwendiger Medikamente, die vielen kranken Menschen das Leben retten. Blutplasma kann gentechnisch bzw. synthetisch nicht hergestellt werden. Deshalb sind tausende Patienten auf die Hilfe freiwilliger Spender angewiesen und brauchen eure Unterstützung.

Was sind die Bestandteile von Blut?

Im menschlichen Körper befinden sich je nach Körpergewicht etwa 4 bis 6 Liter Blut. Unser Blut besteht aus aus festen und flüssigen Bestandteilen. Der flüssige Anteil heißt Blutplasma. Die festen, zellulären Bestandteile des Blutes setzen sich aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) zusammen.
Aufgeteilt auf die einzelnen Bestandteile ergibt das folgende Verteilung:

  • Blutplasma: circa 55-60%
  • Blutzellen: circa 45-40%

Erythrozyten (rote Blutkörperchen)  transportieren Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen und das Kohlendioxid von den Organen wieder zur Lunge zurück. Mit 99 % stellen sie den größten Volumenanteil der Blutkörperchen dar.  Der Mensch besitzt etwa 30 Billionen dieser roten Blutkörperchen. Erythrozyten enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, der den Sauerstoff chemisch an sich bindet. Erythrozyten werden vom Knochenmark gebildet, ihre durchschnittliche Lebensdauer beträgt etwa drei Monate.

Bei schwereren Unfällen, Verletzungen oder inneren Blutungen müssen die fehlenden Erythrozyten durch eine Bluttransfusion ersetzt werden. Ein gesunder Erwachsener kann bis zu 15 % seines Blutvolumens verlieren, ohne dass schwere Schäden auftreten. Wenn der Blutverlust allerdings 30 % des Blutvolumens übersteigt, muss Blut von außen zugeführt werden, da der Körper die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen kann.

Leukozyten (weiße Blutkörperchen)  sind kernhaltige Zellen des Blutes, die keinen Blutfarbstoff (Hämoglobin) in sich tragen. Auch sie entstehen im Knochenmark und gelangen von dort aus ins Blut. Sie dienen der Abwehr von Krankheitserregern und sonstigen köperfremden Stoffen. Im menschlichen Immunsystem übernehmen Leukozyten sehr unterschiedliche Funktionen. Dabei gibt es verschiedene Untergruppen von Leukozyten:

Lymphozyten finden und erkennen körperfremde Gewebe und Zellen. 
Monozyten, die großen weißen Blutkörperchen, umzingeln und verschlingen Krankheitserreger, bevor sie tiefer in den Körper eindringen.
Granulozyten sind die ersten Angreifer, welche eindringende Krankheitserreger sofort unschädlich machen.

Die Bestimmung der Leukozytenzahl gibt Aufschluss über das Vorliegen von Entzündungen oder Infektionen.

Thrombozyten (Blutplättchen)  sind die kleinsten sichtbaren Zellen im Blut. Sie sind flache Blutbestandteile, die im Knochenmark entstehen. Thrombozyten setzen Stoffe frei, die für die Blutstillung notwendig sind. Bei einer Verletzung, bei der Blutgefäße geöffnet sind, heftet sich innerhalb von kurzer Zeit ein Netz von Fibrin an das umliegende Gewebe und verschließt so die Verletzung. Außerdem setzen sie gerinnungsfördernde Stoffe frei, sodass sich eine Kruste bildet.

Die Bestimmung der Thrombozytenzahl erfolgt im Rahmen eines kleinen Blutbilds, dabei kommt ein Hämatologiegerät zum Einsatz. Das Blut eines gesunden Erwachsenen enthält im Normalfall etwa 150.000 - 350.000 Blutplättchen pro Mikroliter (µl). Ein Mangel an Thrombozyten wird als Thrombozytopenie bezeichnet, ein Überschuss als Thrombozytose. Bei sehr großen Blutverlusten und Blutkrebserkrankungen werden Thrombozyten bei einer Transfusion eingesetzt.

Plasma ist ein unersetzlicher Rohstoff, der Leben schenkt

Was ist die Aufgabe von Plasma?

Plasma dient im Körper als Transportmittel für Stoffwechselprodukte, Hormone, Glukose, Lipide und Kohlendioxid. Das Blutplasma transportiert die Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Körper. Dazu gehört das Kohlendioxid, das der Organismus über die Lunge ausscheidet sowie verschiedene Harnstoffe. Darüber hinaus kann Plasma wasserunlösliche Stoffe binden und zu den Organen transportieren, wo der Körper sie benötigt. Die im Plasma enthaltenen Eiweiße sorgen unter anderem dafür, dass unser Blutdruck stabil bleibt.

Welche Farbe hat Plasma?

Blutplasma ist üblicherweise eine gelblich klare Flüssigkeit. Die Farbe des Plasmas verändert sich dabei je nach Trinkmenge, Ernährung und Hormonhaushalt – aber auch aufgrund des Eiweißgehalts und anderen Faktoren.

Wenn das Plasma milchig-weiß ist, gilt es als verfettet (lipämisch) und wird nicht zur weiteren Verarbeitung freigegeben. Das könnte die Folge eines gestörten Fettstoffwechsels sein oder wenn der Spender unmittelbar vor der Spende sehr fettreich gegessen hat. Du solltest also vor der Spende unsere Tipps zur Vorbereitung beachten, damit dies nicht passiert.

Auch bei einer rötlichen Färbung wird das Blutplasma nicht verwendet, wenn rote Blutkörperchen geplatzt sind und sich zersetzt haben (Hämolyse). Viele Verfärbungen sind jedoch unbedenklich, da Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel der Grund sein können. Letztendlich kann erst im Rahmen unserer mehrstufigen Qualitätskontrolle entschieden werden, ob das Plasma für die Weiterverarbeitung freigegeben wird.

Wofür wird Plasma verwendet?

Über 80% aller Österreicher sind mindestens einmal in ihrem Leben auf Medikamente aus Blutplasma angewiesen. Und es wird immer mehr Plasma benötigt. Bei Immunglobulinen hat sich der weltweite Bedarf in den letzten 20 Jahren verdreifacht.

Humanplasma enthält zahlreiche verschiedene Proteine. Viele Proteine haben im Körper Aufgaben, die sich auch therapeutisch nutzen lassen. Derzeit können über 20 Proteine zur Herstellung von Medikamenten isoliert werden.

Antikörper (Immunglobuline) beispielsweise dienen der Abwehr von Infektionen (Viren, Bakterien und anderen Krankheitserregern). Mit Antikörperkonzentraten werden daher etwa Masernerkrankungen oder Hepatitis B behandelt. Manche Gerinnungsstoffe haben die Aufgabe, bei Verletzungen Blutungen zu stoppen, und sind für die Wundheilung zuständig. Andere wiederum hemmen eine zu starke Gerinnung und verhindern somit gefährliche Blutgerinnsel.

Auch bei der Behandlung verschiedener Krebsarten (z.B. Leukämie) spielen Medikamente aus Plasma eine bedeutende Rolle. Medikamente aus Blutplasma sind daher in der Chirurgie, in der Notfallmedizin und bei der Behandlung vieler schwerer und chronischer Erkrankungen durch nichts zu ersetzen. 

Zu den am häufigsten im Blutplasma gelösten Proteinen zählen:

4%

Gerinnungsfaktoren

60%

Albumin

36%

Globuline

Die wichtigsten Proteine aus Plasma

Zu den am häufigsten im Blutplasma gelösten Proteinen zählen:

  • 4 % Gerinnungsfaktoren
  • 60 % Albumine
  • 36 % Globuline

Diese Eiweißstoffe im Blutplasma bilden die Grundlage für die Herstellung
hochwirksamer Medikamente gegen verschiedene Krankheiten.

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