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Über Plasma

Häufige Fragen (FAQ)

Hier findest du Antworten auf häufig gestellte Fragen. Sollten du darüber hinaus Informationen wünschen, bitten wir dich, deine Fragen direkt an die Spezialisten von Europlasma (spenderinfo[at]europlasma.at) zu richten. Du kannst uns deinen Wunsch nach Kontaktaufnahme auch gerne HIER mitteilen!

Was ist der Unterschied zwischen Blut- und Plasmaspenden?

Plasma kann viel öfter gespendet werden als Blut. Bei der Plasmaspende werden pro Spende – je nach Körpergewicht – zwischen 600 und 850 Milliliter Blutplasma gewonnen. Bei der Vollblutspende gilt für den gleichen Zeitraum, dass Frauen viermal und Männer höchstens sechsmal spenden dürfen. Bereits Hippokrates (ca. 460-370 v. Chr.) wendete die Therapieform des Aderlasses an.

Was passiert beim Plasmaspenden?

Bei der Plasmaspende fließt das Blut über eine sterile Nadel in ein geschlossenes Einweg-Schlauchsystem. Es wird zentrifugiert oder filtriert, dadurch werden die Blutkörperchen von der Blutflüssigkeit (Plasma) getrennt. Anschließend werden die Blutkörperchen wieder über einen Einwegschlauch in den Körper rückgeführt, und das abgetrennte Plasma fließt in einen Beutel oder eine Flasche. Der ganze Vorgang erfolgt direkt neben dem Spender, eine computergesteuerte Maschine steuert die Plasmaspende so, dass sie für den Spender sehr schonend verläuft. Die gespendete Plasmamenge hängt vom Körpergewicht ab. Die Plasmaspende dauert ca. 45  bis 60 Minuten.

Wer darf Plasma spenden?

Jeder Mensch, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, darf Plasma spenden, wenn er die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt und das Körpergewicht mindestens 50 kg beträgt. Zur gesundheitlichen Beurteilung wird mittels eines Anamnese-Fragebogens und in einem Gespräch mit dem Arzt die Anamnese erhoben.

Wie oft kann man Plasma spenden?

Plasma spenden belastet den Körper kaum und ist daher 50mal im Jahr möglich. Allerdings gibt es einige Vorschriften zu beachten: zwischen zwei Spenden müssen zwei "spendefreie" Tage vergehen, innerhalb von 7 Tagen darf man nicht öfter als zweimal spenden und innerhalb von 14 Tagen darf man nicht öfter als dreimal spenden.

Was genau ist ein Referenzjahr (Spendejahr)?

Dein persönliches Spendejahr (Referenzjahr) beginnt am Tag deiner ersten Blutplasmaspende in deinem EUROPLASMA-Spendezentrum. Dieses Datum bleibt als Stichtag immer gleich, auch wenn du unter Umständen einmal eine längere Zeit nicht zur Spende kommen kannst. An diesem Stichtag fängt die Zählung deiner Spenden jedes Jahr wieder bei „1“ an.

Warum Plasma spenden?

Trotz des immensen medizinischen Fortschrittes der vergangenen Jahrzehnte ist eine synthetische Herstellung von menschlichem Blut und damit auch Blutplasma nicht möglich. Für die Heilung vieler Krankheiten, die Durchführung von Organtransplantationen und die Rettung von Unfallopfern müssen deshalb weiterhin Produkte aus menschlichem Blut in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Kurzum: Mit der Plasmaspende rettet man Leben – jeder von uns könnte eines Tages auf gespendetes Plasma angewiesen sein.

Was bringt Plasma spenden mir persönlich?

Plasma spenden bietet viele Vorteile: Einerseits wirst du regelmäßig ärztlich untersucht und bist immer über deinen Gesundheitszustand informiert, weiters erhältst du als Dankeschön eine Aufwandsentschädigung pro Spende (du kannst bis zu 50 mal im Jahr spenden) und letztendlich „schenkst du mit deiner Spende Leben“.

Kann man Plasma Spenden wenn man an Covid 19 erkrankt war?

Ja, wenn du vollkommen genesen bist, kannst du wieder Plasma spenden. Du musst 28 Tage symptomfrei sein. Bringe dann zu deiner Erstuntersuchung bitte den Nachweis einer durchgemachten Corona-Infektion mit. Antikörper aus dem Plasma genesener Patienten sollen denjenigen helfen, die erkrankt sind.

Welche Tests müssen Spenderblut und Spender bestehen?

Es gibt einige Untersuchungen zur Feststellung der Spendetauglichkeit: Blutdruck, Herzfrequenz, Körpertemperatur, Blutbild Blutbild (Hämatokrit, Hämoglobin, Leukozyten, Erythrozyten, MCV). Diese Untersuchungen erfolgen bei jeder Spende, eine noch gründlichere ärztliche Untersuchung gibt es vor der ersten Spende und dann periodisch alle vier Monate.

Welche Laborwerte werden untersucht?

Bei jeder Spende testen wir das Spenderblut auf Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, HIV und Parvo B-19. In regelmäßigen Abständen messen wir außerdem die Konzentration von Immunglobulin G und Gesamteiweiß in deinem Blut und erstellen ein Blutbild. Die Laborwerte werden dir auf Wunsch auch für externe Arztbesuche zur Verfügung gestellt.

Welche Folgen haben wissentlich falsche Angaben?

Wenn du irgendeinen Zweifel hast, ob du als Spender geeignet bist, lasse es uns bitte wissen, es geht vielleicht um das Leben anderer Menschen. Wissentlich falsche Angaben führen zum Ausschluss aus unseren Spendeeinrichtungen. Strafrechtliche Konsequenzen können bei Schädigung anderer Personen nicht ausgeschlossen werden.

Ist die Blutgruppe wichtig für die Plasmaspende?

Plasma spenden kann man mit jeder Blutgruppe. Plasma wird unabhängig der Blutgruppe verarbeitet. Die Blutgruppe wird nicht bestimmt, da auch Medikamente aus Plasma blutgruppenunabhängig hergestellt werden.

Kann ich Blut und Plasma spenden?

Es ist generell möglich, regelmäßig sowohl Blut als auch Blutplasma zu spenden. Dadurch verändern sich allerdings die Zyklen, in denen die Spenden losgelöst von einander möglich sind. Während der Abstand zwischen zwei Vollblutspenden normalerweise mindestens 8 Wochen betragen muss, kann sich dieser durch die Plasmaspende verlängern.
Zwischen den Spenden sind folgende Mindestintervalle zu gewährleisten: 
1. Vollblutspende und Plasmaspende: 14 Tage
2. Vollblutspende und Thrombozytapherese: 14 Tage
3. Plasmaspende und Vollblutspende: 48 Stunden
4. Plasmaspende und Thrombozytapherese: 48 Stunden 
5. Thrombozytapherese und Vollblutspende: 48 Stunden
6. Thrombozytapherese und Plasmaspende: 14 Tage

Auch hinsichtlich der Belastungen für den Organismus und des Flüssigkeitsverlusts ergibt sich in Kombination mit einer Vollblutspende eine andere Frequenz. Bitte informiere sowohl unsere Mitarbeiter als auch die Mitarbeiter deiner Blutspendeeinrichtung über deine Spendetätigkeiten. So können beide Parteien dafür sorgen, dass die jeweils vorgeschriebenen Spendepausen eingehalten werden.

Wie werde ich beim Plasmaspenden betreut?

Ein Arzt ist während deiner Spende im Zentrum immer anwesend. Dieser führt auch die Untersuchungen durch. Außerdem betreuen dich unsere medizinisch ausgebildeten Mitarbeiter während deines gesamten Aufenthaltes in unserem Plasmazentrum.

Kann eine Plasmaspende Einfluss auf die körperliche Leistung haben?

Nach einer Plasmaspende oder durch die Plasmaspendetätigkeit kommt es im Allgemeinen nicht zu einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Gibt es Einschränkungen für Sportler?

Für Sportler gibt es keine Nachteile durch eine Plasmaspende. Die einzige Einschränkung besteht darin, dass der Spendearm unmittelbar nach einer Plasmaspende für wenige Stunden mechanisch nicht stark belastet werden sollte (z.B. Gewichtheben). Übliche Sportarten Joggen, Fußball, Fitness etc. oder sind ohne Einschränkung möglich.

Kann man als Vegetarier Plasma spenden?

Ja, die Plasmaspende ist für Vegetarier sogar verträglicher als die Blutspende, da der Spender bei der Plasmaspende im Gegensatz zur Blutspende kaum rote Blutkörperchen (und damit Eisen) verliert. Es kann jedoch vorkommen, dass Vegetarier vor ihrer ersten Plasmaspende zunächst Eisenpräparate einnehmen müssen, um ihre Eisenspeicher aufzufüllen. Der Hämoglobinwert wird vor jeder Plasmaspende gemessen und muss gewisse Grenzwerte erfüllen, damit man zur Plasmaspende zugelassen wird.

Darf man Plasma spenden wenn man eine Tätowierung hat oder kürzlich erhalten hat?

Nach einer Tätowierung (das gilt auch für das Nachstechen eines Tattoos) muss eine Rückstellung von der Plasmaspendetätigkeit von 4 Monaten eingehalten werden.

Gibt es bei der Plasmaspende Unterschiede zwischen Frauen und Männern?

Tatsächlich gibt es beim Vorgang der Plasmaspende einen signifikanten Unterschied zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen verläuft er in der Regel schneller als bei Männern. Das hat folgenden Grund – Frauen haben im Verhältnis einfach mehr Blutplasma als Männer.

Während der Anteil von Blutplasma am Blutvolumen bei Männern 50 bis 59 Prozent ausmacht, beträgt er bei Frauen 54 bis 73 Prozent. Bei den Blutbestandteilen ist es ebenfalls anders - Frauen haben im Durchschnitt weniger Hämoglobin im Blut. Dieser eisenhaltige Proteinkomplex bindet Sauerstoff an die Erythrozyten und verleiht ihnen ihre rote Farbe – und verlängert den Prozess der Spende.

Kann ich mich beim Plasma spenden infizieren?

Nein. Beim gesamten Spendevorgang wird ein neues, steriles Einmalset verwendet. Dieses Einmalset ist hygienisch dicht verschlossen. Das Blut und das Blutplasma zirkulieren ausschließlich in diesem Einmalset und haben keinerlei Kontakt mit der Umgebung. Es gibt keine Möglichkeit, mit Fremdblut oder sonstigem Material in Kontakt zu kommen.

Was ist „Rekonvaleszenten-Plasma“?

Rekonvaleszenz kommt aus dem Lateinischen und beschreibt in der Medizin die Genesung nach einer Erkrankung. Als Rekonvaleszenten Plasma (RKP) bezeichnet man Plasma von Menschen, die eine Infektionskrankheit überstanden haben und bereits schützende Antikörper gegen das Virus gebildet haben.

Was ist die "Polymerase-Kettenreaktion" (PCR)?

Die PCR ist eine neue, gentechnische Methode zum Auffinden von Krankheitserregern. Dringen krankheitserregende Keime in die Blutbahn des Menschen ein, so werden sie vom Immunsystem erkannt. Das Immunsystem startet nun mit der Produktion von Abwehrstoffen, den sogenannten Antikörpern. Bis diese Antikörper im Blut nachweisbar sind, vergehen oft einige Wochen. Übliche, in der Routinediagnostik eingesetzte Tests erkennen spezifisch diese Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Krankheitserreger. Die Zeit, die von der Infektion eines Menschen bis zur Nachweisbarkeit von Antikörpern vergeht, nennt man "Diagnostisches Fenster". Der PCR-Test diagnostiziert nicht die Antikörper des Menschen, sondern die Krankheitserreger selbst. Die Krankheitserreger sind nach wesentlich kürzerer Zeit im Blut feststellbar. Das "Diagnostische Fenster" wird daher deutlich reduziert. Für die Empfänger von Blutprodukten bedeutet dies eine weitere Sicherheit.

Was ist die Thrombozytenspende?

Blut besteht aus einem flüssigen Anteil, dem Plasma, und den geformten Elementen, den roten und weißen Blutkörperchen und den Thrombozyten (=Blutplättchen). Die Thrombozyten sind wichtig für die Blutgerinnung, ohne diese Zellen könnte der Mensch nicht überleben, es käme z.B. bei Wunden zu keiner Blutstillung.

Thrombozyten werden von freiwilligen Spendern ganz ähnlich wie Plasma gespendet, es gibt folgende Unterschiede: 

  • der Zeitaufwand ist etwas höher, etwa 50 -70 Minuten (dementsprechend ist auch die Aufwandsentschädigung höher), das außerhalb des Körpers zirkulierende Blut ist geringer als bei der Plasmaspende und der verwendete Maschinentypus ist ein anderer.
  • Der Beutel mit der abgenommenen Thrombozytenspende hat einen Inhalt von 300 ml. Dieser Beutel wird nach der Spende bestrahlt, um eventuelle Krankheitserreger abzutöten. Weil die Thrombozyten nur wenige Tage haltbar sind, werden die Spenden umgehend an die Spitäler ausgeliefert.
  • Wir überprüfen bei jedem unserer Plasmaspender, ob eine Thrombozytenspende auch in Frage kommt, Voraussetzung ist ein ausreichend hoher Ausgangswert an Thrombozyten.
  • Wenn du Interesse an der Thrombozytenspende hast, dann sprich einfach mit unserem Arzt. Um Thrombozyten spenden zu können, musst du mindestens einmal bei uns Plasma gespendet haben.
  • Thrombozyten können nur im Spendezentrum Wien 9 gespendet werden.

Wofür werden Thrombozytenkonzentrate verwendet?

  • Es handelt sich um ein Notfallmedikament. Benötigt wird es wenn auf Grund der niedrigen Thrombozytenwerte des Patienten eine Blutung droht, das kann bei verschiedenen Krankheitsbildern der Fall sein. Z.B. bei Blutungen nach Unfällen (zusammen mit Blutkonserven), bei onkologischen Patienten unter Zytostatika-Therapie oder wenn bei Knochenmarksschäden Plättchenproduktion vermindert ist.

Gibt es im Plasmazentrum WLAN?

Ja, kostenloses WLAN steht für dich in unserem Zentren bereit. Hinsichtlich der Zugangs-Details wenden Sie dich bitte an unsere Mitarbeiter vor Ort.

Unsere Plasmazentren

Plasma spenden in Österreich

Wien 9. Bezirk
Tel.: +43 1 319 53 63

Wien 21. Bezirk
Tel.: +43 1 908 11 00

Retz
Tel.: +43 2942 20 333

St. Pölten
Tel.: +43 2742 90 333

Hainburg an der Donau
Tel.: +43 2165 52 024

Seiersberg
Tel.: +43 316 29 33 33

Leoben
Tel.: +43 3842 44 404